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Fahrzeugleasing: der Markt besiegt die Gesundheitskrise

Leaseurope bringt die Hauptakteure in Sachen Fahrzeugvermietung und Leasing in Europa zusammen. Aus etwas 30 Ländern stammend decken die Mitglieder 91 % des europäischen Marktes ab. Der stellvertretende Generaldirektor für Leaseurope und Eurofinas, Richard Knubben, bespricht gegen Ende von 2020 seine Vision für den europäischen Markt für Fahrzeugleasing und Vermietung mit uns.

Wir nähern uns dem Ende des Jahrs 2020 und es ist an der Zeit, über das vergangene Jahr nachzudenken. Obwohl der Sektor der Fahrzeugvermietung und des Leasings von der Krise rund um das Coronavirus getroffen wurde, gibt es ermutigende Anzeichen für 2021.

2020, ein Europa mit mehreren Märkten

Richard Knubbens stellt erst einmal fest, dass es keinen einheitlichen europäischen Binnenmarkt gibt. Stattdessen existieren, wegen der tiefen Segmentierung und der wesentlichen Unterschiede zwischen den Ländern, mehrere nebeneinander. Es gibt ein paar wesentliche europaweite Vermietungs- und Leasinganbieter, doch müssen sich diese den Gegebenheiten jeden nationalen Marktes anpassen. Im Großen und Ganzen, „wächst Leasing mit ‚Komplettservice‘, aber das traditionelle finanzielle Leasing ist noch immer viel weiter verbreitet und der Sektor ist sehr zerstückelt“ erklärt Richard Knubben.

In Frankreich ist Leasing ein bekanntes Konzept und Vermieter mit Komplettservice sind gut etabliert. Im übrigen Europa aber, können firmeneigene Vermietungsfirmen von Herstellern sehr erfolgreich sein. Auch Diskrepanzen im Bereich der Anwendung treten auf. In Polen wächst Leasing im Bereich der Distribution, während in Deutschland der Sektor des Fernverkehrs sich immer mehr fürs Leasing interessiert. Auf der anderen Seite beeinflussen lokale Gesetze die Vermietungsgeschäfte sehr. Nationale Einschränkungen verhindern manchmal den Verleih von Lastwagen. „In Italien kann man keinen Lastwagen über 6 Tonnen mit All-Inclusive-Service mieten. Vergleichbare Einschränkungen gelten auch in Spanien, Griechenland und Portugal.

Fahrzeugleasing: die Gesundheitskrise führt zu Anträgen auf Zahlungsaufschub

Richard Knubben analysiert auch die Auswirkung der Krise auf den schon fragmentierten Markt. Zuallererst, es gibt einen direkten Zusammenhang zwischen der Notwendigkeit von LKW-Transporten und Konsumentenverhalten. Während der ersten europäischen Lockdownphase, haben Konsumenten mehr Lebensmittel im Supermarkt gekauft als jemals zuvor. Paradoxerweise hat sich das allgemeine Lebensmitteltransportvolumen um 15 % gesenkt. Dieses kommt von der Schließung von Restaurants und Gastronomiebetrieben im Freien. Im Angesicht der Pandemie sind die Hilfszahlungen der Europäischen Zentralbank zwar EU-weit harmonisiert worden, aber bei genauem Hinsehen variiert die Hilfe, die bei den Betrieben ankommt, von Land zu Land. Als Resultat unterscheiden sich die Hilfszahlungen, die die Betriebe erhalten haben. Es ist schwierig zu sagen, ob das Überleben der Transportfirmen mit ihrem Weiterbetrieb oder mit der Unterstützung der Regierung zusammenhängt. Richard Knubben hebt deshalb die Popularität bestimmter Zahlungsmethoden hervor. „Wir haben einen signifikanten Anstieg in Anträgen auf Zahlungsaufschub und in Verträgen für leichte Nutzfahrzeuge beobachtet.“

Umweltzonen: Mehr elektrische Fahrzeuge

Zu einer Zeit, in der sich Umweltzonen (Low Emission Zones (LEZs)) überall in Europa vermehren, finden die verschmutzten Abgase von Nutzfahrzeugen und Lastwagen immer mehr Beachtung. Eine starke Vermehrung der Elektrifizierung wird sich dadurch ergeben und die Energiemischung in Unternehmensflotten wird mit Sicherheit beeinflusst werden. Um jedoch Flotten in Richtung mehr Elektrofahrzeuge zu bewegen, wird auch eine erhöhte Nachfrage erforderlich sein.

Für Richard Knubben wird, „die politische Dimension viel wichtiger werden, aber bei Leaseurope sehen wir die Hoffnung, Lastkraftwagen kurzfristig zu elektrifizieren und langfristig über die Alpen zu schicken, als unrealistisch an.„. Um sogar noch anspruchsvolleren Umweltanforderungen zu entgegnen, können sich Transportunternehmen auch so organisieren, dass sie mehr mit weniger Fahrzeugen erreichen und energiesparende Geräte einsetzen können.

Fahrzeugvermietung und -leasing wird den Markt weiter erobern

Richard Knubben hebt noch einen letzten Trend für das späte 2020 und das frühe 2021 hervor: Die steigende Anzahl von geleasten Fahrzeugen in europäischen Flotten. Leasing gibt auch die Flexibilität, bestimmte Anforderungen zu erfüllen. Selbstverständlich wird die Erholung des Vermietungs- und Leasingmarktes für Fahrzeuge vom Warentransport abhängen. Die Art der Waren wird ausschlaggebend sein, da nicht alle Sektoren die Krise gleich erleben. Beispielsweise die Tourismus-Branche: ein Wiedererreichen der Zahlen von 2019 wird frühestens für 2022 erwartet. „Es gibt keine Anzeichen darauf, dass der Anstieg des Marktanteils der Leasing- und Vermietungsbranche anhalten wird. In der Welt nach der Gesundheitskrise werden die Anteile deshalb größer als zuvor sein,“ bemerkt Richard Knubben abschließend.

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